Das Coronavirus ist hochansteckend. Träger können dennoch einiges tun, um das Risiko für Mitarbeiter*innen in der Notbetreuung zu minimieren, sich zu infizieren. Das Gesundheitsamt Frankfurt hat letzte Woche eine Informationsveranstaltung zum Coronavirus durchgeführt. Die hier aufgeführten Empfehlungen (als FAQs sortiert) sind jedoch allgemeingültig.

FAQs: Schutzmaßnahmen und Reaktion auf Kontakt zu einer infizierten Person

1. Welche Schutzmaßnahmen sind im Rahmen der Notbetreuung zu beachten?

2. Was passiert, wenn bei einem Erzieher, der in der Notbetreuung tätig ist, der Virus nachgewiesen wird?

3. Können Teams die Schließzeit für Teamsitzungen in der Einrichtung nutzen?

4. Können Fachkräfte die Zeit für Elterngespräche nutzen?

5. Welcher Personenkreis darf die Einrichtung jetzt nicht mehr betreten?

6. Was sollen Leitungskräfte tun, wenn sie nicht sicher sind, ob Eltern zu den Funktionsträgern gehören oder nicht?

7. Wer gehört eigentlich zur Risikogruppe?

8. Was passiert, wenn Mitarbeiter*innen zur Risikogruppe zählen?

9. Wann entsteht ein kritischer Kontakt zu einer infizierten Person?

10. Was passiert, wenn jemand Kontakt zu einer infizierten Person hatte, das heißt nach einem kritischen Kontakt?

11. Wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der Erstkontakt mit einer infizierten Person eine Infektion zur Folge hat, was geschieht mit Menschen, die Personen mit Erstkontakt begegnet sind, also ein Zweitkontakt vorliegt?

12. Coronavirus-Infektion und häusliche Quarantäne (RKI Merkblatt)

1. Welche Schutzmaßnahmen sind im Rahmen der Notbetreuung zu beachten?

Seitens des Frankfurter Gesundheitsamts gibt es keine verbindliche Empfehlung bezüglich der Gruppengröße. Die Gruppen sollen so klein wie möglich gehalten werden. Die Kinder sollen mit anderen Kindern spielen können.

Bezüglich der Hygienemaßnahmen empfahl das Gesundheitsamt den Einrichtungen mit Notbetreuung, die üblichen Standards und Hygienepläne einzuhalten. Besondere Maßnahmen, wie etwa Flächendesinfektion, seien nur notwendig, wenn eine nachweislich erkrankte Person in der Einrichtung gewesen ist.

2. Was passiert, wenn bei einem Erzieher, der in der Notbetreuung tätig ist, der Virus nachgewiesen wird?

Das Gesundheitsamt identifiziert alle Kontaktpersonen und kategorisiert sie (vgl. Schema des RKI). Über die infizierte Person als auch alle Kontaktpersonen der Kategorie eins verhängt das Gesundheitsamt Quarantäne. Die Einrichtung kann mit Personal, das nicht als Kontaktperson der Kategorie eins identifiziert wurde, weiter betrieben werden.

3. Können Teams die Schließzeit für Teamsitzungen in der Einrichtung nutzen?

Grundsätzlich gilt, Zusammenkünfte in Gruppen auf das Notwendigste zu beschränken. Unter Beachtung von Sicherheitsvorkehrungen (Abstand, Lüften, Handhygiene, …) können Treffen, wenn unbedingt nötig, stattfinden. Je weniger Personen zusammenkommen, desto besser.

4. Können Fachkräfte die Zeit für Elterngespräche nutzen?

Elterngespräche sollten nur durchgeführt werden, wenn unbedingt nötig. Pädagogische Fachkräfte sollen abwägen und, wenn möglich, das Gespräch telefonisch durchführen.

5. Welcher Personenkreis darf die Einrichtung jetzt nicht mehr betreten?

Das Betretungsverbot gilt nur für Kinder, die nicht Kinder von Funktionsträgern sind. Darüber hinaus gilt die Prämisse der Minimierung der Sozialkontakte. Das heißt, Teammitglieder, die nicht in der Notbetreuung tätig sind, meiden den Kontakt zur Notbetreuungsgruppe. Das Gesundheitsamt rät, Dienste so zu organisieren, dass zwei Erzieher*innen eine oder eventuell zwei Wochen abdecken und sich dann abwechseln mit zwei anderen Kolleg*innen. Die Idee ist, dass die Leitung auf Ersatzpersonal zurückgreifen kann, wenn sich ein(e) Erzieher*in infiziert hat, die in der Notbetreuung tätig ist.

6. Was sollen Leitungskräfte tun, wenn sie nicht sicher sind, ob Eltern zu den Funktionsträgern gehören oder nicht?

Eltern, die Notbetreuung beanspruchen wollen, müssen immer eine Bestätigung des Arbeitgebers vorlegen. Wenn der Arbeitgeber diese Bestätigung unterschrieben hat, ist davon auszugehen, dass eine entsprechende Notwendigkeit vorliegt.

Der Träger bewahrt den Antrag auf Notbetreuung und die Arbeitgeberbestätigung auf.

7. Wer gehört eigentlich zu der Risikogruppe?

Zur Risikogruppe zählen vor allem älter Menschen. Für Menschen ab fünfzig bis sechzig Jahren steigt das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf stetig an. Aufgrund von Vorerkrankungen können aber auch jüngere Menschen zur Risikogruppe zählen. Vorerkrankungen, die einen schweren Krankheitsverlauf zur Folge haben können, sind beispielsweise: Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atemsystems, der Leber und der Nieren sowie Krebserkrankungen. Sie scheinen sich unabhängig vom Alter negativ auf den Krankheitsverlauf auszuwirken. Das Robert Koch Institut (RKI) führt eine Liste, in der die Risikogruppen umfassender und genauer dargestellt sind. Diese findet sich unter folgendem Link.

8. Was passiert, wenn Mitarbeiter*innen zur Risikogruppe zählen?

Wenn Mitarbeiter*innen zur Risikogruppe zählen, entstehen daraus keine unmittelbaren Folgen, wie etwa ein Tätigkeitsverbot, ein Betretungsverbot der Einrichtung oder Ähnliches. Aufgrund seiner Fürsorgepflicht für seine Mitarbeiter*innen sollte der Träger oder die Leitung mit den betroffenen Personen ins Gespräch gehen und mit ihnen Maßnahmen zu ihrem Schutz besprechen. Der Träger hat die Möglichkeit diese Mitarbeiter*innen freizustellen oder sie ins Homeoffice zu delegieren. Sollte sich eine Mitarbeiter*in, trotz Hinweise auf das Risiko, dafür entscheiden weiter zu arbeiten, kann der Träger das zulassen.

9. Wann entsteht ein kritischer Kontakt zu einer infizierten Person?

Eine infizierte Person ist ungefähr 14 Tage nach Infektion für andere Personen ansteckend. Es wird von einem Kontakt zu einer infizierten Person gesprochen, wenn eine Begegnung von ca. 15 Minuten in einer Face-to-Face Situation (von Angesicht zu Angesicht) stattgefunden hat. So ein Kontakt kann etwa in einer Warteschlage oder in einem Bus zustande kommen. Außerdem können sich Menschen in kommunikativen Situationen anstecken, wenn beispielsweise Abstände nicht eingehalten werden. Das Vorbeigehen an einer infizierten Person auf dem Flur oder auf der Straße, wird als „nicht kritisch“ eingestuft. Weiter Informationen dazu finden sich auf der Seite des Robert Koch Instituts.

10. Was passiert, wenn jemand Kontakt zu einer infizierten Person hatte, das heißt nach einem kritischen Kontakt?

Da der Coronavisus hochgradig ansteckend ist, muss bei einem kritischen Kontakt mit einer Infektion gerechnet werden. Die betroffene Person darf nach Bekanntwerden des Kontaktes die Einrichtung nicht mehr betreten. Das Gesundheitsamt ordnet bei diesen Personen vorsorglich eine vierzehntägige häusliche Quarantäne an. Erst nach den vierziehn Tagen kann die Person getestet und festgestellt werden, ob sie sich infiziert hat oder nicht. Ist der Test negativ, kann die Person auch wieder arbeiten.

11. Wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der Erstkontakt mit einer infizierten Person eine Infektion zur Folge hat, was geschieht mit Menschen, die Personen mit Erstkontakt begegnet sind, also ein Zweitkontakt vorliegt?

Die Kriterien für einen so genannten Zweitkontakt sind dieselben wie bei einem ersten kritischen Kontakt (siehe oben). Die Ansteckungsgefahr wird jedoch als deutlich niedriger eingestuft. Siehe auch hier die Seite des Robert Koch Instituts.

Die Gesundheitsämter bitten Personen, die Kontakt zu einer Person mit Erstkontakt hatten, um Besonnenheit. Sie müssen sich nicht gleich testen lassen. Ein Test sollte deswegen nicht durchgeführt werden, weil die Multiplikation durch den Zweitkontakt derart hohe Fallzahlen ergibt, dass die Nachfragen nach den Tests und deren Auswertung nicht gedeckt werden kann. Daraus folgt, dass Labore länger brauchen, um auch Tests von Personen mit Erstkontakt auszuwerten. Stünde das Testergebnis den Personen mit Erstkontakt schneller zur Verfügung, würden sich viele Fragen nach dem Zweitkontakt erübrigen. Gesundheitsämter raten Personen mit Zweitkontakt die Person mit Erstkontakt im Auge zu behalten (Kontakt halten) und entsprechend dem Testergebnis dieser Person zu reagieren.

12. Coronavirus-Infektion udn häusliche Quarantäne (RKI Merkblatt)

Hier finden Sie das Merkblatt des Robert Koch Instituts für die häusliche Quarantäne im Falle einer Infektion für Betroffene oder Kontaktpersonen.