Über das Spielkonzept „Original Play“ haben die Medien nach einem kritischen Beitrag im ARD-Magazin „Kontraste“ im Oktober 2019 viel berichtet. Das führte dazu, dass namhafte Psycholog*innen und Pädagog*innen die Art der Umsetzung des Spielkonzeptes scharf kritisierten. In Hamburg und Berlin gab es Kindertageseinrichtungen, die Original Play praktizierten. Doch mittlerweile haben die Stadt Berlin und einige Bundesländer die Methode verboten.

Original Play als höchst problematisch eingestuft

Bei Original Play spielen, toben, raufen fremde Erwachsene für eine bestimmte Zeit mit Kindern. Das „ursprüngliche Spiel“ soll unter anderem den Selbstwert von Kindern stärken, so lässt sich auf der Webseite des Anbieters dieses Spielkonzeptes lesen. Die Wissenschaftlerin Susanne Viernickel, die Pädagogik der frühen Kindheit an der Universität Leipzig lehrt, hält Original Play allerdings für höchst problematisch. In einem Spiegel-Artikel (siehe Link unten) erläutert sie, dass das körperbetonte Spiel mit fremden Menschen Kindern suggeriere, dass es in Ordnung sei, wenn Fremde zu ihnen Körperkontakt suchen. Andere Expert*innen der Psychologie und Pädagogik warnen davor, dass das Toben und Raufen mit Kindern für fremde Erwachsene eine „Einladung“ zu sexuellem Missbrauch sein könnte. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) rät ausdrücklich von der Methode ab.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Freie Kinderarbeit Hessen e.V. schließt sich den Einschätzungen des HMSI und der Expert*innen an, die Original Play kritisieren. Kindertageseinrichtungen sollten die Methode nicht einsetzen. Denn hiermit entsteht ein Risiko, dass das Kindeswohl verletzt werden kann.

Einschätzungen des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration zu Original Play

Hintergrundinformationen

Spiegel Artikel: Streit über Original Play in Kitas – Kein Kinderspiel? (vom 12. November 2019)